Überschüsse bei Lebensversicherungsunternehmen entstehen durch

  • eine rentable Anlage der Beiträge (Zinsgewinne),
  • eine rationelle Verwaltung (Kostengewinne) und
  • weniger Todesfälle, als bei der vorsichtigen Beitragskalkulation angenommen wird (Sterblichkeitsgewinne).

Überschussbeteiligung der ERGO Lebensversicherung

Die ERGO Lebensversicherung reagiert auf die schwierige Situation an den Finanzmärkten und senkt die Gesamtverzinsung für 2012 um bis zu 0,4 Prozentpunkte.

Im Neugeschäft reduziert sich die laufende Verzinsung um 0,2 Prozentpunkte. Auch Schlussüberschuss und Sockelbeteiligungen an den Bewertungsreserven sinken zusammen um 0,2 Prozentpunkte. Die Gesamtverzinsung in der neuen Tarifgeneration beträgt somit 4,15 Prozent.

Hintergrund der Zinsentscheidung: Die Schuldenkrise in Euroland hinterlässt am Kapitalmarkt tiefe Spuren. "Angesichts der beispiellosen Situation an den Zinsmärkten halten wir einen großen Zinsschritt für notwendig," sagt Dr. Daniel von Borries, Vorstandsvorsitzender der ERGO Lebensversicherung. "Wir schonen so die Reserven und stärken die Risikotragfähigkeit." 

Die weiteren Daten der ERGO Lebensversicherung für die neue Tarifgenaration 2012: Die laufende Verzinsung als Summe aus Garantiezins und laufender Überschussbeteiligung beträgt 3,80 Prozent (2011: 4,0 Prozent), Schlussüberschuss und Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven zusammen 0,35 Prozent (2011: 0,55 Prozent).

Erläuterungen zur Gesamtverzinsung

Mit dem so genannten Höchstrechnungszins legt der Gesetzgeber fest, welchen Zins die Lebensversicherer ihren Kunden höchtens garantieren dürfen. Für ab 2012 abgeschlossenes Neugeschäft beträgt er wegen der niedrigen Kapitalmarktzinsen 1,75 Prozent. Die garantierten Zinsen sind jedoch nur ein Teil der Gesamtverzinsung. Ein wesentlicher Teil der Erträge stammt aus den Überschüssen, die Lebensversicherer bei der Kapitalanlage erzielen. Laut Mindestzuführungsverordnung müssen die Unternehmen mindestens 90 Prozent der Gewinne aus Kapitalanlagen an ihre Kunden ausschütten.

Üblicherweise besteht die Gesamtverzinsung aus dem Garantiezins, der jährlich zugeteilten laufenden Verzinsung sowie einem Schlussüberschuss und einer Beteiligung an den Bewertungsreserven. Die Verteilung der Überschüsse müssen die Lebensversicherer gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in so genannten Angemessenheitsberichten offenlegen.       

Fachbegriffe zur Überschussbeteiligung - einfach erklärt in unserem Versicherungs-ABC.